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Legionella pneumophila ist ein Bakterium, das sich im Wasser entwickelt und eine infektiöse Lungenentzündung, die so genannte Legionellose, verursachen kann. Das Bakterium befindet sich in Wasserquellen, heißen Quellen, Klimaanlagen, Wassertanks sowie Sprinkler- und Bewässerungssystemen.

Wie entstehen Legionellen in Wasserrohren und Leitungen?

Legionellen können sich in Wasserleitungen entwickeln, wenn diese mit Wasser von einer Temperatur zwischen 20 und 45 °C in Berührung kommen. Bei diesen Temperaturen vermehren sich die Legionellen Bakterien sehr schnell, vor allem wenn das Wasser nicht ausreichend bewegt und/oder gefiltert wird. Das bedeutet, dass sich Legionellen in Teilen des Wasserversorgungssystems entwickeln können, in denen das Wasser stagniert, wie z. B. in Stauseen, Auffangbecken und Lagertanks.

Andere Faktoren, die zur Ausbreitung von Legionellen in Wasserleitungen beitragen, sind:

  • Biofilm: Legionellen können sich in dem Biofilm ansiedeln, der sich in Wasserleitungen gebildet hat. Der Biofilm ist eine dünne, schützende Schicht aus Bakterien und Mikroorganismen, die sich auf den Oberflächen von Wasserrohren ansiedeln kann.
  • Wasserqualität: Legionellen können sich in Wasser mit einem hohen Gehalt an organischen Verunreinigungen wie Sedimenten und Abfallprodukten optimal entfalten.
  • Warmwasser: Warmwasserversorgungen, z. B. Warmwasserheizungen, erhöhen das Risiko der Legionellenbildung.
  • Geringer Durchfluss: Legionellen können sich in Teilen des Wasserversorgungssystems vermehren, in denen das Wasser nur langsam fließt, z. B. in stehendem Wasser oder in Auffangbehältern.

Um die Entwicklung von Legionellen in Wasserleitungen zu verhindern, ist es wichtig, regelmäßig zu desinfizieren, zu filtern und die Wasserqualität zu überwachen.

Die Wachstumsgeschwindigkeit von Legionellen

Das Verständnis der Besiedlungsgeschwindigkeit ist für die Risikobewertung von entscheidender Bedeutung. Legionellen wachsen nicht einfach nur; unter geeigneten Bedingungen vermehren sie sich exponentiell.

  • Die Verdopplungsrate: Unter idealen Bedingungen, insbesondere bei Wassertemperaturen zwischen 37 °C und 42 °C, kann sich die Legionellenpopulation bereits innerhalb von 2 bis 3 Stunden verdoppeln [1].
  • Von Spuren bis zur Toxizität: Aufgrund dieses exponentiellen Wachstums kann ein System, das am Montag noch „sauber“ ist, bis zum Wochenende gefährliche KBE-Grenzwerte (koloniebildende Einheiten) erreichen, wenn das Wasser stagniert [2].
  • Die Lag-Phase: Nach dem Eindringen in ein neues System folgt oft eine kurze „Lag-Phase“, in der sich die Bakterien anpassen. Sobald sie jedoch in einen Biofilm eindringen, stabilisiert sich ihre Wachstumsrate, da sie nicht mehr gegen die Umgebung ankämpfen, sondern sich von ihr ernähren [3].

Warum das Management von Legionellen wichtig ist

Bei der Pflege von Wassersystemen in Fabriken und Gebäuden geht es um mehr als nur die Einhaltung von Vorschriften – es geht um die Aufrechterhaltung einer hygienischen Umgebung. Legionellen sind eine Bakterienart, die im Wasser lebt, sich jedoch anders verhält als viele andere Keime.

1. Wie sie sich in der Luft ausbreiten

Die meisten Wasserkeime verursachen nur dann Probleme, wenn man sie verschluckt. Legionellen hingegen können sich über die Luft verbreiten. Dies geschieht, wenn die Bakterien in winzige, unsichtbare Wassertropfen (Nebel oder Sprühnebel) gelangen, die in der Luft schweben [1].

Da diese winzigen Tröpfchen vom Wind oder durch Lüftungsschächte transportiert werden können, können sich die Bakterien weit von der Wasserquelle entfernt ausbreiten. Daher ist es sehr wichtig, Anlagen zu kontrollieren, die Nebel erzeugen, wie zum Beispiel:

  • Kühltürme: Große Anlagen auf Gebäudedächern, die mit Ventilatoren Wärme abführen und dabei oft einen leichten Nebel erzeugen.
  • Zierbrunnen: Wasserspiele, die Wasser in die Luft sprühen oder spritzen.
  • Vernebelungssysteme: Sprühgeräte, die dazu dienen, Keime wegzuspülen, Freiflächen zu reinigen oder Arbeitsbereiche sauber und hygienisch zu halten.

2. Warum herkömmliche Reinigungsmethoden oft versagen

Zwar sind herkömmliche Reinigungsmethoden bei regelmäßiger Anwendung oft wirksam, doch können Legionellen manchmal überleben, indem sie sich hinter einem sogenannten Biofilm verstecken – einer schleimigen Schicht, die sich an der Innenseite von Rohrleitungen bildet. Unter bestimmten Umständen kann dieser Schutzschild eine vollständige Beseitigung erschweren:

  • Wärmedurchdringung: Das Spülen von Rohren mit sehr heißem Wasser ist eine gängige Methode zur Bekämpfung von Bakterien. Hat sich jedoch ein dicker Biofilm gebildet, dringt die Wärme möglicherweise nicht vollständig bis in das Zentrum des Schleims vor. Überleben die Bakterien in der Mitte, können sie sich wieder vermehren, sobald die Wassertemperatur sinkt. [4]
  • Chemische Barrieren: Herkömmliche Reinigungsmittel wie Chlor sind wirksam, können jedoch von der obersten Schicht des Biofilms „aufgebraucht“ werden. In Fällen, in denen sich der Biofilm bereits festgesetzt hat, gelangt möglicherweise weniger Reinigungsmittel zu den Bakterien, die tief im Inneren der Schicht versteckt sind.[5]

Hinweis: Diese Methoden sind wesentlich erfolgreicher, wenn sie regelmäßig angewendet werden, da sie verhindern, dass der Biofilm dick genug wird, um die Bakterien zu schützen.

Orte, an denen Legionellen häufig vorkommen

In der Arbeitswelt vermehren sich Legionellen gerne an Orten, an denen das Wasser warm ist oder lange Zeit steht.

Wo es vorkommt

Besonders interessante Punkte

Bauernhöfe

Sprühvorrichtungen zur Kühlung von Tieren oder Pflanzen sowie Bewässerungsrohre, in denen Wasser in der Sonne steht.

Prozesswassersysteme

Maschinen, die Wasser zur Kühlung nutzen, und große Tanks, in denen Wasser für industrielle Zwecke wiederverwendet wird.

Trinkwassersysteme

Rohrleitungen, durch die selten Wasser fließt („Sackgassen“), und große Speichertanks für sauberes Wasser.

Fabriken

Notfall-Augenspülstationen, Sicherheitsduschen und Kühltürme, die Nebel in die Luft sprühen.

HOCl als dauerhaftes und wirksames Desinfektionsmittel

Eine hervorragende Methode zur Entfernung von Legionella pneumophila im Wasser ist die Verwendung von hypochloriger Säure (HOCl) als Desinfektionsmittel. HOCl ist ein Oxidationsmittel, das eine breite Palette von Bakterien und Viren, einschließlich Legionella pneumophila, äußerst wirksam abtötet. Es ist eine sichere und umweltfreundliche Option und verursacht keine Nebenprodukte wie Trihalomethane, die gesundheitsschädlich sein können. Es ist wichtig, die richtige Konzentration von HOCl zu bestimmen und das Wasser lange genug zu behandeln, um die Bakterien abzutöten. HOCl ist eine ausgezeichnete Option für vor Orte, an denen Chlor nicht verwendet werden kann, wie z. B. in Tränkwassersystemen für die Viehzucht.

Vor-Ort-Produktion mit dem Watter-System

Das Watter-System ist eine In-situ-Desinfektionstechnologie. In situ ist lateinisch für vor Ort. Dadurch, dass Sie Ihr Desinfektionsmittel selbst an Ort und Stelle herstellen, eliminieren Sie eine Reihe von Gliedern im Prozess, indem Sie den Kauf, die Lagerung und den Transport der normalerweise gefährlichen Substanzen überflüssig machen. Ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit! Und da unser System das Desinfektionsmittel durch Elektrolyse aus den Rohstoffen Wasser und Salz herstellt, ist das Verfahren umweltfreundlicher und nachhaltiger als andere Desinfektionsmethoden.

Hinweis zur Anwendung

Biozid-Gesetzgebung in den Niederlanden

In Deutschland gilt das Biozidgesetz, das die Zulassung und den Verkauf von Bioziden regelt. Biozide sind Stoffe, die zur Abtötung oder Unterdrückung schädlicher Mikroorganismen eingesetzt werden. Dazu gehört auch das vom Watter-System erzeugte Mittel.

Wie beim BAuA registriert, ist die Verwendung von in situ erzeugten Desinfektionsmitteln nur für bestimmte Produktarten (PT) zulässig. Die Legionellenentfernung beinhaltet in vielen Fällen die Desinfektion von Wasser für den menschlichen Gebrauch (PT5) und ist daher wesentlich strenger geregelt als andere Produktarten. Derzeit ist die Verwendung des Watter-Systems für menschliches Tränkwasser noch nicht zulässig. Das heißt nicht, dass es nicht möglich ist, aber das Leitungssystem muss gespült werden, bevor die Wasseranlagen wieder benutzt werden können. Watter hat eine offizielle Zulassung für die Desinfektion von Tränkwasser für Tiere unter der Zulassungsnummer N-107218.

Das Watter-System ist für andere Produktarten im Rahmen der In-situ-Ausnahme für PT2 bis PT4 zugelassen. Dazu gehören Anwendungen wie Wasser für industrielle und landwirtschaftliche Zwecke, Wasser für Kühl- und Heizzwecke und Wasser für Freizeitzwecke.

Nachstehend finden Sie eine Tabelle mit den verschiedenen Arten von Anwendungen, für die Watter pro Land zugelassen ist, sowie die Bedeutung der verschiedenen PT-Kategorien.

 

PT-Gruppe

Produkttyp (PT)

Länder

PT01

Humanhygiene

-

PT02

Desinfektionsmittel und Algizide, die nicht zur direkten Anwendung bei Mensch und Tier bestimmt sind

Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark

PT03

Veterinärhygiene

Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark

PT04

Lebens- und Futtermittelbereich

Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark

PT05

Trinkwasser (nur Tiere)

Niederlande, Deutschland

Quellen

  1. CDC. “How Legionella Spreads.” Legionella (Legionnaires’ Disease and Pontiac Fever), 24 Apr. 2024,
  2. Environmental Protection Agency. (2016). Technologies for Legionella control in concentrated building water systems (EPA 810-R-16-001). https://www.epa.gov/sites/default/files/2016-09/documents/legionella_document_master_september_2016_final.pdf
  3. Pecastaings, B. J., Bertholon, I., Segonds, C., Martini, C., & Roques, C. (2010). Development of heat-shock resistance in Legionella pneumophila modeled by experimental evolution. Applied and Environmental Microbiology, 76(24), 8101–8106. https://doi.org/10.1128/AEM.00162-10
  4. SHP Wassertechnik GmbH. (2025, March 25). Biofilms in drinking water systems – challenges and measures. https://shp-wassertechnik.de/en/information-centre/expertise-shp-wassertechnik/biofilms-in-drinking-water-systems-en